Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Eine Einführung

Expertinnen und Experten definieren Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als das „systematische und nachhaltige Bemühen um die gesundheitsförderliche Gestaltung von Strukturen und Prozessen und um die gesundheitsförderliche Befähigung der Beschäftigten".

Wesentliche Merkmale eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements sind:

die Integration von Sicherheit und Gesundheit als Querschnittsthema in betrieblichen Routinen (z. B. Personal- und Organisationsentwicklung, Managementsysteme),
die Erweiterung inhaltlicher Perspektiven zu einem integrierten Gesamtkonzept, um Gesundheit zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen,
die Etablierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements als Führungsaufgabe sowie
die dauerhafte Implementierung einer BGM-Organisationsstruktur und von BGM-Prozessen.

Kurz gesagt: BGM bedeutet also, Sicherheit und Gesundheit als Teil der Unternehmenspolitik, als betriebliches Ziel und Managementaufgabe zu sehen!

Wirkung und Nutzen

Beschäftigte, Betriebe, verantwortliche Institutionen und die Politik haben ein gemeinsames Interesse am Thema Gesundheit im Betrieb. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen möchten gesund bleiben, die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und die (politisch) Verantwortlichen haben erkannt, dass gesunde Beschäftigte zentrale Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum bzw. eine wesentliche Grundlage für die Sicherung des Sozialstaats sind.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zeigen positive Auswirkungen von Maßnahmen in den Bereichen ArbeitnehmerInnenschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung und Betriebliches Eingliederungsmanagement auf volkswirtschaftlicher, betrieblicher und persönlicher Ebene.

Bei mehreren Untersuchungen zum ökonomischen Nutzen von betrieblichen Gesundheitsprogrammen im deutschsprachigen Raum ergab sich eine Rentabilität (RoI) zwischen etwa 1:1,3 und 1:4,8.

Studienergebnisse zeigen, dass eine Kombination von verhaltens- und verhältnisorientierten Maßnahmen eine höhere Wirksamkeit aufweist.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • für Beschäftigte: Zugewinn an Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität.
  • für Betriebe und Beschäftigte: höhere Motivation, besseres Arbeitsklima.
  • für Betriebe: Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch Erhalt von Know-how und Erfahrung, Reduktion von krankheits- und unfallbedingten Kosten (für Überbrückung, Neueinstellung und Einarbeitung).
  • für die öffentliche Hand: Einsparungen bei Leistungen für Fehlzeiten, Invalidität und Arbeitslosigkeit; Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.

Diese Wirkungen können u.a. durch folgende betriebliche Messgrößen belegt werden: Entwicklung der Fehlzeiten (Krankenstandstage), der Fluktuation sowie der Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zudem zeigen dies unsere Good Practice Beispiele sehr anschaulich.

Die Nationale Strategie "Gesundheit im Betrieb" soll zur Verbesserung der Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Betrieben aller Größen und Branchen beitragen. Die Umsetzung wird dabei von den drei Säulen [ArbeitnehmerInnenschutz (ANSch), Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)] und einer Vielzahl beteiligter Institutionen mit einem gemeinsamen Verständnis von BGM getragen.