Österreichische Betriebe arbeiten derzeit unter hohem Druck: Steigende Kosten, unsichere Märkte, Fachkräftemangel, ein spürbarer demografischer Wandel und zunehmend komplexe Arbeitsabläufe. Viele Betriebe berichten von Arbeitsverdichtung und wachsenden Fehlzeiten. Genau in diesem Umfeld gewinnt Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) an Bedeutung – nicht als Zusatz, sondern als strategische Antwort auf strukturelle Herausforderungen.
Finanziell lohnt sich der Blick auf Prävention: Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen verursachten 2015 in Österreich Folgekosten von etwa 9,9 Mrd. Euro. Rund 1,7 Mrd. Euro tragen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – vor allem durch gesunkene Leistungsfähigkeit (Präsentismus), Entgeltfortzahlung und Kosten für Ersatz- oder Vertretungspersonal. [1] BGM hilft, dem vorzubeugen. Es stärkt Arbeitsfähigkeit, und wirkt präventiv, bevor Ausfälle oder Fluktuation entstehen. Gesunde Mitarbeitende arbeiten produktiver und bleiben länger im Unternehmen.
Da stellt sich die Frage, was ist der erste Schritt für die Implementierung von BGM im Betrieb? In ganz Österreich gibt es gute, oft kostenlose Unterstützungsangebote für Betriebe, die BGM in ihr Unternehmen integrieren wollen. Ein erster Schritt, um die passende Unterstützung zu finden, ist der BGM-Check: In wenigen Minuten liefert er eine erste Orientierung zum Bedarf im eigenen Unternehmen und zeigt, welche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der eigenen Region zur Verfügung stehen. fit2work bietet die Möglichkeit, eine solche BGM-Standortbestimmung gemeinsam mit erfahrenen Beraterinnen und Beratern durchzuführen oder an Informationsveranstaltungen teilzunehmen.

Um genau diese Angebote vorzustellen, waren wir von Gesundheit im Betrieb im Herbst bei zahlreichen Veranstaltungen unterwegs: Unter anderem beim Gesundheitstag für Selbstständige in Klagenfurt, organisiert von der Wirtschaftskammer Kärnten in Kooperation mit der SVS, oder etwa bei einer Fachtagung des Netzwerks Gesunde Städte zum Thema „Gesundes Arbeiten in Österreichs Städten: Betriebliche Maßnahmen im Bereich Gesundheit als Erfolgsfaktor“. Haben Sie uns dort gesehen?
Die Präsentationen und weitere Infos gibt’s hier zum Nachlesen:
Presseaussendung – Gesundheitstag für Selbstständige
Video – Gesundheitstag für Selbstständige
Präsentation – Gesundheitstag für Selbstständige
Präsentation – Fachtagung Netzwerk Gesunde Städte
Eine weitere spannende Veranstaltung war der Stakeholder-Workshop „Klimawandel und Gesundheit am Arbeitsplatz“, der von der Gesundheit Österreich GmbH organisiert wurde. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen Klimaänderungen und Gesundheit am Arbeitsplatz beleuchtet. Besonders hervorgehoben wurden die Risiken durch Hitze und UV-Strahlung. Ebenso wurde auf die zunehmende Gefahr durch vektorübertragene Krankheiten wie FSME und das West-Nil-Virus sowie auf Extremwettereignisse eingegangen. Branchenbezogen wurden die Auswirkungen in Kleingruppen besprochen. Als besonders betroffen wurde die Bauindustrie von den Teilnehmerinnen eingeschätzt, es wurde jedoch auch auf weitere Berufsgruppen mit hoher Gefährdung hingewiesen, etwa Angestellte im (Winter-)Tourismus.
Dem Thema Hitze und UV-Strahlung am Arbeitsplatz werden wir uns im nächsten Sommer-Newsletter im Detail widmen.