Warum Frauengesundheit im Betrieb oft unterschätzt wird:
- Unsichtbare Belastungen: Während Unfälle, z. B. am Bau, präsent sind, werden chronische Belastungen in „Frauenberufen“ (z. B. repetitive Bewegungen im Handel oder psychische Belastung in der Pflege) oft noch unterschätzt.
- Lebensphasen & Care-Arbeit: Die Doppelbelastung durch (unbezahlte) Sorgearbeit erhöht Stresslevel und Wahrscheinlichkeit für Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Auch Themen bestimmter Lebensphasen, wie beispielsweise Vereinbarkeitsthemen und Wechseljahre sollten als selbstverständlicher Aspekt im BGM ankommen.
- Intersektionale Perspektive: Ein wirksamer Schutz berücksichtigt, dass sich Diskriminierungsformen (z. B. Geschlecht, Herkunft, Alter) überschneiden. Nur so erreichen Maßnahmen auch vulnerable Gruppen.
- Gewaltprävention: Belästigung und Übergriffe z. B. durch Kundinnen und Kunden sind massive Gesundheitsrisiken, von denen Frauen überproportional häufig betroffen sind.
Praxis-Tool: Der GD-Selbstcheck für Betriebe
Wie steht es um die Geschlechtergerechtigkeit und Diversität in Ihrem Unternehmen? Die Arbeitsinspektion bietet hierfür einen Gender & Diversity Selbstcheck für Betriebe an. Er hilft Ihnen, systematisch zu prüfen:
- Werden geschlechtsspezifische Belastungen in der Evaluierung berücksichtigt?
- Passt die persönliche Schutzausrüstung (PSA) wirklich allen?
- Kommt die Unterweisung bei Zielgruppen verständlich an?
- Sind Beteiligungsprozesse für alle Beschäftigtengruppen offen?
Weiterführende Ressourcen:
Arbeitsinspektion
Julia Steurer | Abteilung VIII/A/4 - Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie