Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann hier – ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben des ArbeitnehmerInnenschutzes – gezielt unterstützen. Je nach betrieblichen Rahmenbedingungen und konkreten Belastungsfaktoren können vielfältige gezielte Maßnahmen gesetzt werden, um MitarbeiterInnen präventiv zu entlasten und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Unternehmen zeigen, wie breit die Palette möglicher Maßnahmen rund um Hitze- und Hautschutz gestaltet werden kann.
Grundsätzlich deckt der ArbeitnehmerInnenschutz bereits viele wichtige Aspekte im Bereich des Hautschutzes und der Arbeit bei Hitze ab. Dennoch kann auch die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) mit gezielten Maßnahmen einen wertvollen Beitrag leisten, um MitarbeiterInnen gesundheitsförderlich zu unterstützen und das Bewusstsein für Prävention zu stärken. Gerade durch steigende Temperaturen und häufigere Hitzebelastungen gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung.
Viele Unternehmen setzen bereits kreative und praxisnahe Maßnahmen um, die das Wohlbefinden der Beschäftigten fördern und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Arbeitsklima haben.
Praxisbeispiele aus Unternehmen:
- Begrünung und Pflanzenkonzepte:
In einigen Betrieben wurden im Zusammenhang mit einem BGF-Projekt Pflanzen für Innen- und Außenbereiche angeschafft. Begrünte Arbeitsräume verbessern nicht nur das Raumklima, sondern wirken sich auch positiv auf das Wohlbefinden und die Konzentration aus.
Einige Betriebe setzen auch auf vertikale Begrünung („Green Walls“). Diese verbessern die Luftqualität, reduzieren Hitzeentwicklung in Innenräumen und schaffen eine angenehmere Arbeitsatmosphäre.
- Abkühlungsmöglichkeiten bei Hitze:
Ein Betrieb beispielsweise ermöglicht seinen MitarbeiterInnen, in der Mittagspause oder nach der Arbeit den Pool im Nachbargebäude zu nutzen. Diese unkomplizierte Maßnahme wird von den Beschäftigten sehr geschätzt und trägt zur Erholung an heißen Tagen bei.
Weiters ermöglichen Betriebe durch die Vergabe von vergünstigen Eintrittskarten in ein Freibad, den MitarbeiterInnen eine Abkühlung nach der Arbeit.
- Technische und bauliche Maßnahmen:
Besonders in Produktionsbereichen werden Klimaanlagen nachgerüstet oder bestehende Systeme verbessert. Zusätzlich sorgen Sonnenschutzmaßnahmen wie Beschattungen, Sonnensegel oder überdachte Sitzgelegenheiten im Außenbereich für Entlastung an heißen Tagen.
- Muttermalkontrolle über die Firma:
Manche Unternehmen organisieren freiwillige Hautchecks bzw. Muttermalkontrollen direkt im Betrieb oder in Kooperation mit DermatologInnen.
Neben diesen Beispielen aus der Praxis, gibt es weitere zahlreiche Maßnahmen, welche eine Erleichterung an heißen Tagen bringen können.
Weitere mögliche Maßnahmen rund um Hitze und Hautschutz
- Trinkstationen und kostenlose Getränkeversorgung
- Anpassung von Arbeitszeiten bei extremer Hitze
- Sensibilisierung von Führungskräften zum Thema Hitzebelastung
- „Cooling Rooms“ oder Ruhezonen mit Ventilation
- Bewegungs- und Entspannungsangebote in kühleren Tageszeiten
- Workshops zu Ernährung und Flüssigkeitszufuhr im Sommer
- Hitzewarnsysteme und interne Kommunikation bei Extremtemperaturen
- Bereitstellung von Sonnenschutzmitteln an zentralen Stellen
- Ausgabe von Kopfbedeckungen oder UV-Schutzkleidung für Outdoor-Tätigkeiten
- Informationskampagnen zu Hautkrebsprävention und richtigem Verhalten bei Hitze
Gerade kleine und mittlere Maßnahmen zeigen oft große Wirkung. Betriebliche Gesundheitsförderung kann dabei helfen, Gesundheitsschutz im Unternehmen sichtbar und erlebbar zu machen – ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben und angepasst an die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen.
Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)
Rebecca Giegler