Für viele Beschäftigte gehört die Sonne zum Arbeitsalltag. Beschäftigte im Bau- und Baunebengewerbe sowie Straßenbau, in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau oder auch in der Elementarpädagogik verbringen oft mehrere Stunden täglich im Freien. Dabei wird häufig unterschätzt, wie hoch die Belastung durch natürliche UV-Strahlung sein kann – nicht nur im Hochsommer, sondern bereits im Frühling.
Langfristige UV-Belastung kann zu Augen- und Hautschäden führen und das Risiko für Hautkrebs deutlich erhöhen. In Österreich kann daher seit der Einführung der Berufskrankheit BK 7.4.2 unter bestimmten Voraussetzungen heller Hautkrebs durch berufliche UV-Exposition als Berufskrankheit anerkannt werden. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Verdachtsmeldung an die Unfallversicherung.
Auch im Arbeitnehmer:innenschutz gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Mit der Hitzeschutzverordnung, die seit 1. Jänner 2026 gilt, wird der Schutz vor Hitze und UV-Strahlung bei Arbeiten im Freien stärker berücksichtigt und konkretisiert. Arbeitgeber:innen sind verpflichtet, entsprechende Gefährdungen zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen.
Grundsätzlich gilt dabei das STOP-Prinzip. Zuerst sollen Gefährdungen möglichst vermieden werden (S). Danach folgen technische Maßnahmen wie Beschattung (T). Organisatorische Maßnahmen können beispielsweise angepasste Arbeitszeiten oder Rotationssysteme sein (O). Erst zum Schluss kommen persönliche Schutzmaßnahmen wie UV-Schutzkleidung oder Sonnenschutzmittel zum Einsatz (P). Die Hitzeschutzverordnung betont, dass Schutzkleidung grundsätzlich Vorrang vor Sonnenschutzmitteln haben soll. Auch die AUVA berät nach diesem Prinzip.
UV-Schutz-Aktionstage im Betrieb machen Prävention greifbar
Die AUVA unterstützt Betriebe bei der Umsetzung von UV-Schutzmaßnahmen mit einem breiten Präventionsangebot. Ein besonders praxisnahes Format sind UV-Schutz-Aktionstage im Betrieb.
Dabei besuchen Expert:innen der AUVA Unternehmen direkt vor Ort und vermitteln Beschäftigten und Führungskräften grundlegendes Wissen zum Thema Sonnenschutz am Arbeitsplatz. Ziel ist es, UV-Schutz verständlich, greifbar und unmittelbar erlebbar zu machen.
Ein besonderes Highlight ist der Einsatz einer UV-Kamera. Mit ihr wird sichtbar gemacht, wie gut Sonnenschutzmittel tatsächlich aufgetragen wurden und welche Hautbereiche häufig vergessen werden – etwa Ohren oder Lippen. Viele Teilnehmende erleben dabei erstmals, wie schnell Schutzlücken entstehen können. Auch frühzeitige UV-Schäden an der Haut können mit der UV-Kamera ebenfalls zum Teil sichtbar gemacht werden.
Zusätzlich wird ein Gerät eingesetzt, mit dem die individuelle Eigenschutzzeit der Haut bestimmt werden kann. Dadurch wird die Beratung besonders anschaulich und persönlich.
Die Teilnehmenden können außerdem verschiedene UV-Schutzprodukte und Materialien direkt ausprobieren und vergleichen. Dazu gehören beispielsweise:
- verschiedene Sonnenschutzmittel (Creme, Gel, Fluid oder UV-Schutz-Lippen-Stick)
- zertifizierte UV-Schutztextilien (inkl. Hüte, Kappen und Nackenschutzsysteme)
Gerade der textile Sonnenschutz spielt eine zentrale Rolle, da Kleidung einen konstanten Schutz bietet und nicht regelmäßig nachgetragen werden muss.
Wie ein UV-Schutz-Aktionstag abläuft, sehen Sie in diesem Blog-Beitrag und Video Blog: UV-Schutz Aktionstag
Bei Interesse an einem UV-Schutz-Aktionstag wenden Sie sich direkt an Ihre regional zuständige AUVA-Landesstelle: https://auva.at/praevention/sicher-arbeiten#unfallverhuetungsdienste-kontakte
Information und Beratung
Neben Veranstaltungen stellt die AUVA eine Vielzahl an Informationsmaterialien zum UV-Schutz am Arbeitsplatz zur Verfügung. Dazu gehören Folder, Poster, Broschüren und Merkblätter – etwa zu Sonnenschutzmaßnahmen nach dem Motto „Meiden – Kleiden – Cremen“ oder zur richtigen Auswahl von Sonnenschutzmitteln. Viele dieser Materialien können kostenlos bestellt oder online heruntergeladen werden. Auch der AUVA-Blog greift regelmäßig Themen rund um UV-Schutz, Hitze und Prävention im Arbeitsalltag auf.
Forschung für mehr Sicherheit: Mitmachen bei der UV-Schutz-Studie
Die AUVA beteiligt sich an Forschungsprojekten zum Thema UV-Schutz. Derzeit läuft eine Studie für Menschen, die in Österreich regelmäßig im Freien arbeiten. Die Online-Umfrage richtet sich an sogenannte Outdoor-Worker, also alle Beschäftigten, die täglich mindestens zwei Stunden im Freien tätig sind – beispielsweise auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Transportwesen oder bei der Polizei.
Ziel ist es herauszufinden, welche Sonnenschutzmaßnahmen Betriebe anbieten und wie Beschäftigte selbst mit dem Thema Sonnenschutz umgehen. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, Schutzmaßnahmen und Arbeitsbedingungen für Outdoor-Worker in Österreich weiter zu verbessern. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben, und es ist nicht möglich, Antworten einzelnen Personen oder Betrieben zuzuordnen. Die Teilnahme dauert 10 Minuten und ist in diversen Sprachen möglich.
Hier geht’s zur UV-Schutz-Studie: Erhebungsstudie zu betrieblichen UV-Schutzmaßnahmen
Unterstützung für Betriebe
Unternehmen können sich jederzeit von der AUVA zur Umsetzung von UV-Schutzmaßnahmen im Betrieb beraten lassen. In Kombination mit Informationsmaterialien, Schulungen, Veranstaltungen und Forschungsprojekten trägt die AUVA so dazu bei, das Bewusstsein für UV-Schutz am Arbeitsplatz zu stärken und Beschäftigte langfristig vor gesundheitlichen Schäden durch Sonnenstrahlung zu schützen.
Links und weiterführende Informationen
- AUVA-Blog: Blog: Infoseite UV-Schutz
- AUVA-Informationsmaterialien: Gesunde Haut
- Gesetzestext (Hitze-V und VGÜ „Einwirkung durch natürliche UV-Strahlung“): BGBLA_2025_II_325.pdf
- Kommentierte Hitze-V von der Arbeitsinspektion: Kommentierte Hitzeschutzverordnung Hitze-V
AUVA
Dr. Clemens Benedikt Dobusch | Arbeitsmediziner | AUVA-Hauptstelle