Der Österreichische Fehlzeitenreport 2021

Was 2007 mit einem ersten Bericht begonnen hat, ist mittlerweile ein alljährlicher Fixpunkt geworden – der Österreichische Fehlzeitenreport –, eine sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger, der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer.

Zielsetzung & Überblick

Der Fehlzeitenreport liefert kontinuierlich einen aktuellen Überblick über die Entwicklung und Verteilung der krankheitsbedingten Fehlzeiten in Österreich. Zudem wurden in den letzten Jahren unterschiedliche Schwerpunkte bearbeitet. Beispiele sind die vertiefende Analyse der Betrieblichen Gesundheitsförderung (2008), die Gegenüberstellung von Krankenstandsgeschehen und Unternehmenskultur (2012), Möglichkeiten zur Gestaltung einer alter(n)sgerechten Arbeitswelt (2017) und zuletzt der aktuelle Schwerpunkt Frühintervention, Wiedereingliederung und mentale Gesundheit (2021). Als fundierte Längsschnittstudie zu den Fehlzeiten, mit vertiefenden Betrachtungsmomenten solcher Schwerpunkte, leistet der Fehlzeitenreport einen wichtigen Beitrag zur Planung und Umsetzung von handlungspolitischen Maßnahmen in Österreich.

Einblick in den aktuellen Fehlzeitenreport

Lockdowns reduzieren Krankenstände

Die aktuelle Krankenstandstatistik verzeichnet 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Die unselbständig Beschäftigten verbrachten im Jahresverlauf durchschnittlich 12,7 Tage im Krankenstand, um 4,2% weniger als 2019 (13,3 Tage). Die Entwicklung der Krankenstände war dabei von der COVID-19-Pandemie geprägt. Beschäftigte, die durch die Lockdown-Maßnahmen längere Zeit ihrer Tätigkeit nicht nachgehen konnten, waren berufsbedingt einem geringeren Infektions- und Unfallrisiko ausgesetzt. Unternehmen im aufrechten Betrieb schützten ihre Beschäftigten mit Hygienekonzepten, Maskenpflicht, veränderten Arbeitsabläufen und kurzfristigen Möglichkeiten zum Arbeiten von zuhause aus (Homeoffice)“. All diese Maßnahmen hatten Einfluss auf das Krankheitsgeschehen. Die generellen Kontaktbeschränkungen, die Hygienemaßnahmen und die räumliche Distanzierung von der Arbeitsstätte haben unter anderem zu einer reduzierten Krankheitslast beigetragen.

Schwerpunktthema Frühintervention, Wiedereingliederung und mentale Gesundheit

Die Arbeitswelt kann über die Lebensspanne maßgeblich zur Entstehung von körperlichen und psychischen Belastungen beitragen. Mit der COVID-19-Pandemie werden diese Einflüsse aktuell von einer noch nie dagewesenen Krise begleitet. Der aktuelle Fehlzeitenreport stellt dar, wie wirksam Maßnahmen zur Frühintervention, Wiedereingliederung und zur Steigerung der mentalen Gesundheit sind. Er zeigt auf, welche Schritte notwendig sind, um den Menschen bis zur Pension ein sicheres und gesundes Arbeitsleben zu ermöglichen und frühzeitigen Pensionsantritten entgegenzuwirken. Zudem unterstreicht der Report den großen Handlungsbedarf zur Förderung und Prävention der psychischen Gesundheit sowie eines adäquaten Umganges mit psychischen Erkrankungen.

Der Fehlzeitenreport und Betriebliches Gesundheitsmanagement

In einem umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) fließen die drei Bereiche ArbeitnehmerInnenschutz (ANSch), Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) integrativ zusammen:

Ziele des BGM

  • Krankheiten und Unfällen vorbeugen, Arbeitsfähigkeit erhalten (Primärprävention mit ANSch)
  • Gesundheit und Arbeitsfähigkeit fördern (Gesundheitsförderung mit BGF)
  • Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wiederherstellen (Sekundär- und Tertiärprävention mit BEM)

Gesundheitsförderung und Prävention sind somit die wesentlichen Säulen des BGM. Der Fehlzeitenreport liefert mit seinen Analysen wichtige Kennzahlen für eine breite Diskussion. Und die Diskussion dieser Kennzahlen ermöglicht den Partnerinstitutionen der Nationalen Strategie Nationalen Strategie Impulse zur Gestaltung eines sicheren und gesunden Arbeitslebens.

Alle Informationen zum Österreichischen Fehlzeitenreport finden Sie unter:

www.sozialversicherung.at/fehlzeitenreport

 

Dachverband der Sozialversicherungsträger

Mag. Martin Block | +43 1 711 32-3112 | Martin.Block@sozialversicherung.at | www.sozialversicherung.at